Bestattungswald Osterfeld

Historie von der Idee bis zur Verwirklichung, siehe unter "Historie Bestattungswald"

Artikel aus der Frankenberger Zeitung vom 04.10.2014

Änderung des Flächennutzungsplan auf den Weg gebracht!

Schon vor Jahren wurde über die Anlage eines Friedhofs in Osterfeld diskutiert, die Idee aber wieder verworfen. Der Bestattungswald nimmt nun aber konkrete Formen an. Es wäre der erste reine Waldfriedhof im Altkreis. Genutzt werden soll ein zwei Hektar großes Waldstück nördlich von Osterfeld, oberhalb eines Bolzplatzes und einer Wiese. Bis zur Einrichtung solle der Bereich durchforstet werden, um altes Holz zu entfernen, berichtete Oliver Koch von der Gemeindeverwaltung. Erich Wetzlar habe rund 100 Eichen ausgesucht, die für Bestattungen geeignet seien.

Unter jeden Baum können acht bis zehn Urnen bestattet werden, am Stamm werden Gedenktafeln angebracht. Die Gemeinde kauft das Waldstück von Hessen-Forst. Die Wiese zwischen Bolzplatz und Wald sei besonders artenreich und solle im jetzigen Zustand bleiben, sagte Oliver Koch. Die Pflege der Wiese sei eine Ausgleichsmaßnahme, die die Gemeinde für die Nutzung des Waldes erbringe. Große, befestigte Parkplätze sind nicht vorgesehen. Genutzt werden sollen unter anderem die Stellflächen am Dorfgemeinschaftshaus. Ein Weg führt durch den Wald, Pfade sollen davon abzweigen. Diese Wege werden nicht befestigt. „Es ist ein Wald und es soll ein Wald bleiben“, betonte Koch. Am Eingang ist der Bau einer 25 Quadratmeter großen Schutzhütte vorgesehen. Eine forstliche Nutzung sei allerdings ausgeschlossen. Lediglich notwendige Arbeiten wie das Entfernen von Totholz sind möglich. „Die Bäume sollen aber die nächsten 100 Jahre unangetastet bleiben“, betonte Koch.
Mit Eichenstämmen und Pfählen wird die Abgrenzung des Friedhofswaldes verdeutlicht. Der Bolzplatz bleibe in seiner jetzigen Form erhalten – die Gräber seien weit genug entfernt. "Ortsbeirat und Bürger begrüßen das sehr“, sagte Monika Sögtrop (CDU), die in Osterfeld wohnt. Kritik kam von Erich Hirt (Bürgerliste Ortsteile). „Ältere Menschen kommen da nicht hin.“ Nötig sei zumindest ein Parkplatz.
Mit einem Rollator oder Rollstuhl sei der Wald schwierig zu begehen, bestätigte Koch. Auch in den eigenen Reihen fand Hirt keine Zustimmung: „Wenn ich will, dass meine Familie jeden Tag ans Grab kommt, kann ich mich auf einem normalen Friedhof bestatten lassen“, sagte Michaela Ackermann.“ Unterhalb des Bestattungswaldes solle ein Platz gescha1en werden, an dem Besucher ein- und aussteigen können, aber keine Parkplätze, erläuterte Bürgermeister Claus Junghenn. Der Ausschuss stimmte einmütig für die Änderung des Flächennutzungsplanes. Schließt sich das Gemeindeparlament in der nächsten Woche an, wird der Plan offen gelegt. Dann dürfen sich Behörden und Verbände – die so genannten Träger öffentlicher Belange – dazu äußern.

Artikel aus der Frankenberger Zeitung vom 23.09.2013

Bestattungen unter 98 Bäumen möglich

Osterfeld - Waldbegang der Gemeinde Allendorf: Kommunalpolitiker informieren sich über Projekt in Osterfeld Rekordbeteiligung beim Waldbegang der Gemeinde, 35 Kommunalpolitiker und zwei Forstbeamte besichtigten den vorgesehenen Standort für einen Bestattungswald am Ortsrand des Walddorfs Osterfeld.
Revierförster Erich Wetzlar hat auf einer Fläche von 2,40 Hektar am Südhang der Schmalhardt Bäume
mit unterschiedlichen Farbbändern versehen. Weiße Bändchen an 98 Bäumen signalisieren Bäume, bei denen eine Bestattung in Urnengräbern möglich erscheint. Gelbe Bänder kennzeichnen 240 Bäume, die vital genug sind, um dort weiterwachsen zu können. Rote Bänder weisen Bäume aus, die nach Meinung des Forstfachmanns geschlagen werden sollten. Mehr Bäume sollen nach Wetzlars Ansicht jedoch nicht entnommen werden, da sonst der Waldcharakter geschädigt werde. Außerdem würde zu viel Licht an die Begleitvegetation gelangen. Zwischen den geeigneten Bestattungsbäumen sollten Abstände von mindestens acht bis zehn Metern eingehalten werden.
Bei denen für Bestattungen geeigneten Bäumen handelt es sich um 84 Eichen, vier Kiefern, drei Buchen sowie die Baumarten Kirsche, Bergahorn und Spitzahorn mit jeweils einem Baum.
Die Waldfläche ist im Besitz des Landes Hessen. Die Forstbehörde hat jedoch grünes Licht für die Realisierung des Projekts Bestattungswald gegeben, berichtete Förster Wetzlar. Die Fläche soll gegen andere im Besitz der Gemeinde getauscht werden, sagte Frank Röbert vom Forstamt Frankenberg.
Auf Nachfrage gab Bürgermeister laus Junghenn an, dass die emeinde von einer Planungsdauer
in einem vereinfachten erfahren der Bauleitplanung on etwa anderthalb bis zwei ahren ausgehe. Auf jeden Fall üsse von der Gemeinde eine eue Satzung für den Bestattungswald sterfeld beschlossen
werden. Junghenn will als begleitende Baumaßnahmen „keine riesigen Infrastrukturveränderungen“
in die Wege leiten. So könnten vorhandene Parkplätze beim Dorfgemeinschaftshaus und die bereits vorhandenen Wege und Straßen genutzt werden. Für Beerdigungsfeiern könne auf das Lebenshaus oder das Dorfgemeinschaftshaus zurückgegriffen werden. Waldcharakter nicht ändern Auch in forstlicher Hinsicht soll sich an dem Charakter des Waldes nicht allzu viel ändern, unterstrichen Röbert und Wetzlar. Der Wald müsse offen bleiben für Erholungsuchende und auch für das vorhandene Wild.
Nicht möglich seien Stelen oder aufwendiger Grabschmuck bei den Bäumen. „Die Natur soll
sich nur sehr wenig verändern“, sagten sie

Artikel in der Frankenberger Zeitung vom 28.01.2011

Die letzte Ruhe unter Bäumen finden

Osterfelder Ortsvorsteher Wolfgang Lassek wünscht Einrichtung eines „Friedwalds“ für sein Dorf.

Einen Friedhof hat das Walddorf im oberen Edertal nicht. Stattdessen könnte es als einziger Ort im Frankenberger Land bald Bestattungen unter Bäumen anbieten. Der scheidende Osterfelder Ortsvorsteher Wolfgang Lassek hat bei seinen Mitstreitern von der Bürgerliste Ortsteile (BLO) die Einrichtung eines Friedwaldes oder „Ruheforstes“ für den kleinsten Allendorfer Ortsteil angeregt. Lassek erinnert daran, dass Osterfeld noch immer keinen Friedhof hat. Die Einrichtung war im Gemeindeparlament vor fünf Jahren diskutiert, aber wieder verworfen worden – es gibt keine geeigneten Grundstücke. In der Idee des Friedwalds sieht Lassek hingegen eine realistisch umsetzbare Alternative zu einem herkömmlichen Friedhof. Die nächsten Friedwalde oder Ruheforste befinden sich in Bad Arolsen und Bad Laasphe. Vorteile sieht der Ortsvorsteher unter anderem in der ruhigen Lage des Dorfs. Als besten Standort hat Lassek die Schmalhardt mit ihrem alten Eichenbestand oberhalb des Bolzplatzes ins Auge gefasst. Die Einrichtung eines Friedwalds sieht Wolfgang Lassek auch als mögliches gemeinsames Projekt des Mittelzentrums Allendorf/Battenberg an, das man in konzertierter Aktion verwirklichen sollte. „Menschen im mittleren Alter machen sich schon heute Sorgen über eine spätere Grabpflege und sehen im Friedwald eine echte Alternative. “Der Ortsbeirat Osterfeld befasste sich schon 2001 zum ersten Mal mit der Thematik eines möglichen Friedhofs. Das Vorhaben wurde damals in die langfristige Investitionsplanung der Gemeinde Allendorf aufgenommen. Im Herbst 2004 wurde das Thema erneut vom Ortsbeirat angestoßen und vom Gemeindeparlament befürwortet. Das Land prüfte 2005 die vorgeschlagenen Grundstücke in der Ortslage. Das Urteil: Keine der Flächen ist für einen Friedhof geeignet. Lediglich auf den Wiesen oberhalb des Forsthauses wäre eine Urnenbeisetzung möglich, hieß es. Dies war vom Ortsbeirat nicht gewünscht. Es wurden weitere Grundstücke vorgeschlagen, doch entweder konnte sich der Ortsbeirat nicht mit den Eigentümern einigen oder andere Gründe wie Naturschutz oder die Geländestruktur sprachen gegen einen Friedhof. Im Herbst vergangenen Jahres diskutierte der Ortsbeirat das Thema erneut und kam einmütig zum Schluss, dass anstatt des Friedhofs auch ein Friedwald denkbar sei. Die Mitglieder sahen darin eher eine realistische Umsetzung als bei einem Friedhof. „Die Idee eines Friedwalds findet breite Zustimmung bei den Bürgern“, sagt Lassek. Den ersten Schritt haben am Dienstag die Parlamentsausschüsse vollzogen: Sie stimmten dafür, statt eines Friedhofs den Friedwald ins Auge zu fassen. Im Investitionsprogramm der Gemeinde waren dafür 50 000 Euro vorgesehen, die im Jahr 2014 ausgegeben werden sollen. Diese Investition soll auf das nächste Jahr vorgezogen werden. Die Entscheidung darüber fällen am nächsten Donnerstag die Gemeindevertreter. Nach der Kommunalwahl werde die Bürgerliste Ortsteile einen Prüfauftrag an den Gemeindevorstand erteilen, erklärt Wolfgang Lassek. Dann soll ein geeignetes Grundstück gesucht werden. (ied)